





Die Kommode stand Jahrzehnte im Keller, feucht, schwer, dunkel. Nach Trocknung, zarten Ausflickungen und neuem Leinöl erhellte sie den Flur. Ein abgebrochener Griff wurde aus altem Besteck geformt. Jedes Mal beim Öffnen erzählt der Klang von Sonntagen, Kleidern, geliehenen Schlüsseln.
Ein unvollständiges Service erhielt neue Würde, als Tassen zu Pendeln wurden. Kaltlichtkabel, Porzellankleber, clevere Kabelführung, dimmbare Steuerung. Abends werfen Schatten verspielte Muster an die Wand. Gäste staunen, während kaputte Untertassen als Proben für Bohrungen dienten und Brüche sichere Grenzen setzten.
Mehrere abgetragene Wollblazer wurden zerlegt, Dampf gebügelt und neu zugeschnitten. Entstanden sind schwere, wärmende Decken mit gefütterten Kanten, versteckten Taschen für Hände und Erinnerungs-Etiketten innen. So wanderten Kleidungsstücke vom Schrank auf das Sofa und begleiten nun Gespräche, Filme, Erholung.